Bewegungsdefizite ausgleichen

Sobald die starken Schmerzen gemindert sind, sollten Sie sich zu sanften Mobilisations- und Dehnübungen anleiten lassen, um schnell wieder aktiv zu werden. Es gilt nun die tieferen Ursachen der Beschwerden zu finden. Man muss sich fragen warum die eigene Muskulatur so angespannt ist, dass derartige Schmerzen und womöglich sogar Schäden an der Wirbelsäule entstehen. Ist der menschliche Rücken nicht für das moderne Leben gemacht? Jedoch ist die Wirbelsäule grundsätzlich genial konstruiert, stabil und sehr flexibel zugleich.

Ein Lösungskonzept zeigt auf, welche Folgen unphysiologische Bewegungsmuster auslösen und wie man sie in den Griff bekommt. Nur wenn zum Beispiel die tiefe Haltemuskulatur des Rückens fit ist, können Sie die Brustwirbelsäule aufrichten und deren enorme Rotationsfähigkeit nutzen. Sind die Muskeln tief im Rücken aber schwach oder verhärtet, muss sich der Oberkörper aus dem Kreuz drehen. Die Lendenwirbelsäule ist aber für eine Rotation gar nicht gemacht. Es kommt dann zu Fehlkontakten von Knochen und die Weichteile werden gereizt. Dysbalancen im Bewegungssystem können sowohl Veranlagung sein wie auch durch Verletzungen, einseitige Belastungen oder Bewegungsmangel entstehen. Oft kommen mehrere Gründe zusammen. Mit einem Trainingsprogramm müssen die Schwächen ausgeglichen werden. Mit dem Wissen, wie man anatomisch richtig sitzt, steht, geht, sich dreht und streckt, lässt sich sogar jeder Augenblick des Alltags als Training für den Rücken nutzen. Denn dieser braucht mehr als ein paar isolierte Übungen am Tag. Er will viel und vielseitig aktiv sein und oft gedehnt und gelockert werden.